2009
24.10

Swiss Map Mobile iPhone im Test

Im App Store von Apple hat die software «Swiss Map Mobile 2009 iPhone Edition» vom Bundesamt für Landestopografie «swisstopo» die unterschiedlichsten Bewertungen erhalten, von ganz gut bis «unter als Lehrgeld verbucht». Grund genug für mich die app ausgiebig zu testen.

Die app kostet CHF 4.40 (~2.90€) nicht unbedingt günstig dafür bekommt man aber auch den umfang eines halben Kartenblatts was 420 Kacheln entspricht.

Was aber ist eine Kachel?

Eine Kachel ist von swisstopo wie folgt definiert:
«Ein klassisches Kartenblatt auf Papier hat die Abmessungen 70 x 48 cm. Die digitale Form misst 7000 x 4800 Pixel. Für Swiss Map Mobile ist ein Kartenblatt in 840 quadratische Kacheln von 200 x 200 Pixel aufgeteilt. […] Der Bildschirm des iPhones misst 480 x 320 Pixel. Für eine Ansicht bei 100% Zoom werden also 6 bis 9 Karten-Kacheln benötigt.» Quelle: swisstopo

Aber was heisst das nun konkret? Die folgende Tabelle dient als kleine Hilfe:

Region Ungefähre Kachelanzahl Massstab
ganze Schweiz alle frei 1:1’000’000
ganze Schweiz alle frei 1:500’000
Biel/Bienne 126 1:25’000 und 1:100’000
Lyss 6 1:100’000
Lyss 30 1:25’000
Dotzigen 19 1:25’000
Biel nach Mörigen 12 1:100’000
Biel nach Orpund 30 1:25’000
Bern 37 1:100’000

Des weiteren bietet die swisstopo die Schweiz in 8 Sektoren zu je CHF 89.00 (~58.65€) oder in Kachelpaketen an. Es gibt 1‘000 Kacheln für CHF 4.40 (~2.90€) oder 5‘000 Kacheln für CHF 18.00 (~11.86€). Natürlich gibt es zwischen den Kachelpaketen und den Sektoren einen kleinen aber nicht zu vernachlässigenden Unterschied.

Während man bei einer Deinstallation und allfälligen neu Installation die Sektoren kostenlos «neu Kaufen» kann, verfallen die bereits verwendeten Kacheln der Kachelpakete. Die 420 Kacheln zur Demonstration bleiben jedoch erhalten.

Soviel zu den allgemeinen Eckdaten, kommen wir nun also zur Software.

Die Steuerung ist relativ intuitiv, zum nächst kleineren Massstab (1:25k -> 1:100k -> 1:500k -> 1:1M) gelangt man durch tippen mit zwei Fingern, die umgekehrte Richtung funktioniert per Doppel-Tipp. Um im jeweiligen Bereich zu Zoomen muss man nur wie gewohnt vom iPhone die Finger spreizen oder zusammen ziehen.

Hier die ersten vier Bilder, die App, die erste Startposition, Biel/Bienne 1:1 Mio und eine Übersicht der vier Massstäbe.

smap-01-home smap-02-start smap-03-BielBienne smap-04-massstaebe

Durch Tippen auf das «i» unten rechts gelangt man zu den Menüs für Positionen, Waypoints, Tracks, und Sektoren. Die Auswahl der verschiedenen Koordinatensysteme fiel mir direkt auf. Zur Auswahl stehen CH1903 auch bekannt als Swissgrid (Schweizergitter), WGS84 im von den geocachern bevorzugten Format DD MM.MMM sowie LV95. Ein Waypoint (Wegpunkt) wird einfach bei der «Position im Zentrum» gesetzt. Die Tracking Funktion habe ich nicht getestet, da diese für mich ohne wert ist. Ein Manko das sowohl die Wegpunkte als auch die Wegaufzeichnung gemein haben ist dass man diese nicht in irgendeiner form exportieren kann. Mein Wunschexport Format wäre eine zip komprimierte GPX Datei die man per E-Mail versenden oder auf einen FTP Server laden könnte.

smap-05-Positionen smap-06-Waypoints smap-07-Tracks smap-08-Sektoren

Das Menü Sektoren ist der «In App Purchase» teil von «Swiss Map Mobile». Swisstopo bietet folgende Optionen an, die Preise wurden bereits erwähnt:

  • Sektor 1: Suisse occidentale (Welschschweiz)
  • Sektor 2: Jura
  • Sektor 3: Bern
  • Sektor 4: Valais/Wallis
  • Sektor 5: Zentralschweiz
  • Sektor 6: Ostschweiz
  • Sektor 7: Ticino
  • Sektor 8: Graubünden
  • 1000 zusätzliche Kacheln
  • 5000 zusätzliche Kacheln

Wünschenswert wäre es wenn zumindest gewisse Karten Zusammensetzungen verfügbar wären. Namentlich diese am Rand der Kartenblätter ich denke da an: 2504 Biel/Bienne, 2507 Lausanne, 2502 Bern, 2501 St. Gallen zu je einem Preis von ungefähr CHF 8.00 (~5.28€). Das die swisstopo die Kartenblätter nicht einzeln anbietet, wie es auch deren Wunsch gewesen wäre ist auf das System des App Stores zurückzuführen. Die Swisstopo hätte alle Kartenblätter einzeln und jede Sprache einzeln eintragen müssen. Dies wären 247 Kartenblätter mal die viel Sprachen, Deutsch, Französisch, Rätoromanisch und Italienisch.

Kartenmaterial:
Das Kartenmaterial ist wie man es vom Bundesamt für Landestopografie erwarten kann gut. Der noch nicht mal fertig gebaute Umfahrungstunnel der A5 in Biel/Bienne ist bereits eingezeichnet, obwohl das Kartenmaterial in meiner Gegend das letzte mal 2005 aktualisiert wurde. Der genaue Karten Nachführungsstand kann man auf der swisstopo Homepage nachlesen. Die swisstopo Karten werden in einem Zyklus von sechs (6) Jahren nachgeführt.

Fazit:
Die app ist prinzipiell recht gut gelungen, die Karten sind okay auch wenn ich mir ein wenig mehr Aktualität erhofft hatte. Eine Exportfunktion wird schmerzlich vermisst.

Bewertung:
Software Bedienung: 4/5 Punkte
Software Umfang: 3/5
Kartendetails: 4/5 Punkte
Karten Aktualität: 2/5 Punkte
Preis: 3/5 Punkte
Support per E-Mail: 4/5 Punkte
Gesamt: 20/30 Punkten
Ergibt eine Schulnote von: 4.3

Die Note wurde nach dem gängigen Schweizer System errechnet:
( (erreichte Punktzahl / maximale Punktzahl) * 5 ) + 1 = Note

Ich hoffe diese Rezension ist für jemand hilfreich und danke fürs lesen.

2 comments so far

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  1. […] haben in diesem Artikel bereits über Swiss Map Mobile berichtet. Swiss Map Mobile ist eine Software mit digitalen Landeskarten von der Schweiz, die auf Mobilen Geräten wie dem […]

  2. Für jemand, der via ‚Swiss Map Mobile‘ nebst anderen, wertvollen Features auch jene für ‚Route aufzeichnen‘ benützt, um Sommer-und Winterwanderungen festzuhalten und diese Gleichgesinnten zu überbringen, gibts (in der Schweiz) nichts Besseres als
    ‚Swiss Map Mobile‘. Allerdings muss man beachten, dass die GPS-Koordinaten nicht mit den Rand-Massstäben auf den Landeskarten übereinstimmen. (Dort spezielles Geodaten-System). Es genügt aber, die GPS-Koordinaten des iPhone zu benützen, die auch von vielen anderen Geräten benützt werden. Ich gebe dem ‚Swiss Map Mobile‘ die bestmöglichste Note in jeder Beziehung.

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